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28.02.2010 | Regionales
Ein Artikel von ots
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In den drei osthessischen Landkreisen Fulda, Hersfeld-Rotenburg und Vogelsberg ereigneten sich im abgelaufenen Jahr mit 11.160 Unfällen gegenüber dem Vorjahr 615 Unfälle weniger, was einem Rückgang um 5,2 Prozent entspricht. Außerdem waren mit 40 Opfern - bei 39 Unfallereignissen - vier tödlich verletzte Verkehrsteilnehmer weniger (9,1 Prozent) zu beklagen als im Vorjahr. Die Zahl der Unfallverursacher in der Altersklasse 18-25 Jahre hat um drei auf zwölf Personen zugenommen, in den Altersklassen darüber um zwei Verursacher auf 27 abgenommen. Polizeipräsident Eckhard Sauer betont bei der Vorstellung des Verkehrsberichts 2009, dass die Zahl der Verkehrstoten in den letzen Jahren kontinuierlich zurückgegangen ist und sich, verglichen mit dem Jahr 2000, von damals 80 Unfallopfern halbiert habe.
Als Ergebnis verstärkter Kontrollen bewerte er, so Polizeipräsident Sauer, dass "Unfälle unter Alkoholeinfluss" um 15,5 Prozent (54 Unfälle) auf 294 Verkehrsunfälle abgenommen haben. Die Anzahl hierbei getöteter Menschen sei mit einem Rückgang von elf auf fünf mehr als halbiert worden. Die Anzahl der Alkoholunfälle mit Leichtverletzten ging um 21 (18,9 Prozent) auf 90 und die Unfälle mit Schwerverletzten sogar um 39,3 Prozent (35 Unfälle weniger) auf 54 Unfälle zurück.
Unfälle unter Einfluss von Drogen haben um fünf auf 20 Unfälle zugenommen, was eine Verdoppelung der Leichtverletzten auf 14 und eine Zunahme der Schwerverletzten um zwei auf sieben Personen verursachte. Intensive Schulungen der eingesetzten Polizeibeamtinnen und -beamten sowie gründliche Überprüfungen führten in zahlreichen Fällen dazu, dass der seitens der Fahrzeuglenker den Unfällen vorausgegangene Drogenkonsum festgestellt und schließlich nachgewiesen werden konnte. Insofern dürfte ein auch in Osthessen bestehendes Dunkelfeld aufgehellt worden sein. Ein weiteres Indiz für den erfolgreichen Kontrolldruck der osthessischen Polizei sei auch, dass mit 512 positiven Überprüfungen 98 zusätzliche (23,7 Prozent) "folgenlose Fahrten unter Drogeneinfluss" festgestellt wurden, berichtet Polizeipräsident Sauer.
Nach einem im Verkehrsbericht 2008 verzeichneten historischen Tief, sind die Unfälle mit Schwerverletzten im letzten Jahr allerdings insgesamt um 39 Unfälle auf 485 Verkehrsunfälle (plus 8,7 Prozent) angestiegen. Dabei wurden mit 595 Menschen 51 Verkehrsteilnehmer (9,4 Prozent) mehr schwer verletzt als im Vorjahr.
Deutlich, und zwar um 18,9 Prozent, waren als Unfallverursacher die Fahranfänger im Alter 18 bis 25 Jahre mit einer Steigerung um 21 Personen auf 132, aber auch die Gruppe der 65-Jährigen und Älteren mit einer Steigerung von sieben (14,9 Prozent) auf 54 Personen zu verzeichnen. Von insgesamt 2.147 Verursachern aller osthessischen Verkehrsunfälle waren 1.482 männlich.
Erfreut zeigte sich Polizeipräsident Sauer über den Rückgang der Unfallfluchten, die um 130 (5,1 Prozent) auf 2.415 Verkehrsstraftaten zurück gingen und zu 44,6 Prozent aufgeklärt werden konnten.
Die Unfälle mit "Personenschaden" haben insgesamt um 56 (3,1 Prozent) auf 1.864 Unfälle zugenommen und die Anzahl der Verunglückten ist um 96 (3,9 Prozent) auf 2.555 Menschen gestiegen. Verkehrsunfälle, bei denen nur Sachschäden entstanden, sind um 672 (5,2 Prozent) auf 9.295 Unfälle zurückgegangen.
Polizeipräsident Sauer, der im letzten Jahr in den Landkreisen Fulda und Hersfeld-Rotenburg mit der Erprobung von Wildwarnreflektoren ein Pilotprojekt zur Reduzierung von Wildunfällen startete, konnte für Osthessen insgesamt einen Rückgang um 472 Unfälle (20 Prozent) auf 1.882 Wildunfälle vermelden. Die Bilanz von vier Schwer- und 18 Leichtverletzen bedeute, verglichen mit dem Jahr 2008, einen fünfzigprozentigen Rückgang der Verletztenzahl. Die Erprobung der Wildwarnreflektoren wird im Landkreis Fulda durch den "Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr - Nordhessen" und im Landkreis Hersfeld-Rotenburg durch die dortige Kreisverkehrswacht unterstützt.
Der Gesamtschaden aller osthessischen Verkehrsunfälle im Jahr 2009 wird auf 43 Millionen Euro und die so genannten Verunglücktenkosten werden auf etwa 105 Millionen Euro geschätzt.
Weil es für die Planung und Durchführung von Verkehrsüberwachungs- und Kontrollmaßnahmen sowie für die Ausrichtung der Verkehrsunfallprävention unverzichtbar sei, lege das Polizeipräsidium Osthessen, so Polizeipräsident Sauer, besonderen Wert auf die Analyse der Hauptunfallursachen. An der Spitze, mit einem Anteil von 18,10 Prozent, steht zu geringer Abstand, an zweiter Stelle die Unfallursache "nicht angepasste Geschwindigkeit" (16,2 Prozent). Es folgen Vorfahrtsverletzungen (6,6 Prozent), falsches Überholen (4,2 Prozent) und Abbiegen (4 Prozent) sowie ungesicherte Ladung (3,3 Prozent), Alkohol-/Drogeneinfluss (2,8 Prozent) und zu 2,6 Prozent Fehler beim Fahrstreifenwechsel.
Als erfolgreich bewertet Polizeipräsident Sauer die mit positiver Resonanz in Kooperation mit dem ADAC begonnene Aktion "Blitz für Kitz", die besonders Kinder als jüngste Verkehrsteilnehmer schützen will. Darüber hinaus hätten sich das Unfallbekämpfungsprojekt "Lieber..als...!" und die Aktion "Schutzengel" mit inzwischen 4.500 Mitwirkenden in Osthessen etabliert und seien ebenso wie der einzige hessische "Fernfahrerstammtisch" weiterhin erfolgreich.
Besonders hervorzuheben sei auch die enge und gute Zusammenarbeit aller Behörden, Verbände und Institutionen, die sich der Verkehrssicherheit verschrieben haben. Nicht zuletzt werbe er aber gemeinsam mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei den osthessischen Bürgerinnen und Bürgen für ihr Verständnis für die notwendigen polizeilichen Überwachungsmaßnahmen, so Polizeipräsident Eckhard Sauer abschließend.
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