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Datum 28.01.2010 | Wirtschaft

Kassel: Gutachter am Runden Tisch: NIS möglich, aber riskant – geringes Risiko

Ein Artikel von Runder Tisch - Gewässerschutz Werra/Weser und Kali KommentarKommentar

Gutachter untersuchten im Auftrag des Runden Tisches die beiden diskutierten Entsorgungsverfahren für das nicht vermeidbare Salzabwasser: Die Bedenken gegen eine Einleitung in die Nordsee konnten weitgehend ausgeräumt werden. Die von Link öffnet in einem neuen Browserfenster K+S als mögliche Alternative favorisierte „Neue Integrierte Salzabwassersteuerung“ (NIS) ist laut Gutachter zwar grundsätzlich machbar, aber riskant. Außerdem wird die Werra in diesem Fall dauerhaft belastet bleiben.

Die von Link öffnet in einem neuen Browserfenster K+S geplante NIS sieht vor, hartes Salzabwasser zu versenken und in einer gewissen Entfernung davon weiches Salzabwasser abzupumpen. Dieses muss dann auf Dauer in die Werra eingeleitet werden. Hintergrund: Die weichen Wässer sind für die Lebewesen in der Werra weniger schädlich als die harten Wässer. Dadurch, so die Aussage des Gutachters, wird die Werra aber nicht grundsätzlich saniert. „Ich fühle mich in meiner Einschätzung, die ich mit der großen Mehrheit am Runden Tisch teile, bestätigt: Die NIS ist allenfalls als Übergangstechnik bis zum Bau der Pipeline zu rechtfertigen. Dauerhafte Einleitungen in die Werra sind keine nachhaltige Lösung.“

Will man die NIS dennoch realisieren, sieht Prof. Sauter, Professor für angewandte Geologie an der Universität Göttingen, Risiken aufgrund von Ungewissheit:

Niemand weiß genau, wo sich welches Abwasser (insgesamt wurde in den vergangenen 80 Jahren etwa ein Kubikkilometer Abwasser versenkt) im Untergrund befindet.

Die für die Versenkung genutzte geologische Schicht, der Plattendolomit, ist komplex, er hat Klüfte und Poren. Wie genau sich das Salzabwasser im Untergrund bewegt, ist unklar. Und was sich im darüber liegenden Buntsandstein tut (der Grundwasserleiter), ist kaum vorhersagbar.

Zusätzlich beschäftigte sich die Arbeitsgruppe mit den Auswirkungen einer Einleitung von Salzabwasser auf  die Nordsee. Modellberechnungen der Bundesanstalt für Wasserbau zeigen, dass eine Einleitung vonSalzabwasser am besten im Jadebusen erfolgt, da hier dicht am Ufer eine große Wassertiefe ansteht, ein intensiver Wasseraustausch durch Ebbe und Flut erfolgt und vor allem auch kein Ästuar vorliegt (kein Fluss leitet hier Süßwasser ein). Die Zunahme des Salzgehaltes dort wäre im Fall einer Einleitung so gering, dass sie sich kaum messen lässt (im Promille-Bereich des natürlichen Gehaltes). Schutzgebiete wie der Nationalpark Wattenmeer würden nicht beeinträchtigt. Und dort, wo die Salzmengen derzeit via Werra und Weser eingeleitet werden, sind die Auswirkungen für die Lebewesen dagegen deutlich größer.

Am 9. Februar soll die abschließende Beschlussfassung am Runden Tisch erfolgen.



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